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27. November 2019

Klassifikation von Titandioxid

Seit geraumer Zeit wird die Diskussion um Titandioxid immer intensiver. Aus verschiedenen Quellen werden Eigen-Interpretationen laut, welche zum Teil sehr widersprüchlich sind. Immer mehr wird die Frage aufgeworfen, wie mit der Einstufung des Titandioxids in Pulverform umgegangen wird. Da artimelt Titandioxid auch in einigen Klebstoffen einsetzt, ist es uns wichtig, unsere Kunden und Partner über die Fakten zu informieren.

In der Schweiz ist das Globally Harmonized System for the Classification and Labelling of Chemicals (GHS) auf Basis der europäischen Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (Classification, Labelling, Packaging, CLP-Verordnung, CLPV) umgesetzt. Die am 1. Juli 2015 in Kraft getretene totalrevidierte Chemikalienverordnung (ChemV, SR 813.11) verweist - soweit möglich- direkt auf die massgebenden Bestimmungen der CLP-Verordnung. Die ChemV und die CLPV müssen deshalb zusammen angewendet werden beim Einstufen, Kennzeichnen und Verpacken von Chemikalien in der Schweiz.

Am 4. Oktober 2019 hat der europäische Ausschuss für Risikobewertung (RAC) der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) die 14. Anpassung am technischen Fortschritt (ATP) der CLP-Verordnung Nr. 1272/2008 vorgenommen. Diese beinhaltet die Klassifikation von Titandioxid (TiO2) zur Einstufung als karzinogen Kategorie 2 bei Inhalation (Carc.2; H351i). Das Europäische Parlament und der Ministerrat hat nun zwei Monate Zeit, um Einspruch zu erheben. Die CLP-Änderung wird veröffentlicht, wenn keine Einwände erhoben werden. Die harmonisierten Klassifizierungen gelten 18 Monate später.

Nach der neuesten Version des Klassifikationsvorschlags gilt die Einstufung nur für Mischungen in Pulverform, die 1% oder mehr Titandioxid enthalten, welches in Form von Partikeln mit aerodynamischem Durchmesser ≤ 10 µm eingearbeitet ist.

Titandioxid findet unzählige Anwendungsfelder, welchen man im Alltag begegnet.

artimelt setzt auf Masterbatch statt Pulverform
artimelt setzt auf die Nachhaltigkeit und verpflichtet sich den Schutz von Gesundheit und Umwelt zu erhöhen. Alle weissen artimelt Medical Klebstoffe sind mit TiO2 pigmentiert, welches artimelt als Masterbatch verwendet. Dies bedeutet, dass das Weisspigment bei artimelt in einem polymeren Träger und nicht in Pulverform zur Anwendung kommt. Dadurch kommen auch die artimelt Mitarbeiter nicht mit pulverförmigem Titandioxid in Kontakt.

20191119 132634Titandioxid als Masterbatch, welches für die Produktion von weiss pigmentierten artimelt Medical Klebstoffen verwendet wird. Wie auf dem Bild ersichtlich, handelt es sich dabei nicht um pulverförmiges Material, welches inhaliert werden kann.

Die weiss pigmentierten artimelt Produkte bestehen aus einer Matrix unterschiedlicher polymerer Rohstoffe in welche das Titandioxid eingearbeitet ist – somit kommen unsere Kunden ebenfalls nicht mit pulverförmigem Titandioxid in Kontakt.

Zögern Sie nicht uns für weitere Auskünfte zu kontaktieren. Wir stehen gerne zur Verfügung.

Ihr artimelt AG Team